Zambiadiary
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Lebenszeichen

Bevör sich no jemand sorgen um mie mocht, bloge wieder amol wos.

Hetz is bold 2 wochen her, seit ma von userm roadtrip wieder retur seim.
Nochn Kashiba-Zeltn-ohneZelt-Wochenende bin i mit Didi (Esel zuerst)
in de northern provinz aufgebrochen.

Des gonze woar ziemlich a unternehmen und user herr autor hatzenbichler schreib seit güate 2 wochen motz a gschichtle .... mittlerweile 6 A4 Seiten on der zohl.
I hoff er stellt des bold fertig und i kun des in de nexten toge bloggn.

 

9.6.06 11:56


Sooooooo

noch longen versprechungen is hetz soweit ....

Didi isch zwoar immer no nit endgültig fertig mit da Story oba da 1. Tog isch amol online.

Und wie sich des für an gscheiden 2teiler keat isch de letzte szene super "gschnitten" damit es publikum sich a in 2ten teil eichenzeucht!!!

i hoff de fotos wean olle ungezoag.
oba genug des dialekts......
viel spaß beim lesen.

12.6.06 09:43


Teil 2 Online

so hetz isch olles online.

2ter Teil isch oba unterm ersten platziert .... also oanfoch noch fortsetzung folgt fröhlich weiterlesen.

14.6.06 15:42


Mission North

Ins Auto und ab….

Eigentlich wollte ich das erste Kapitel dieser Geschichte „Planung und ab“ taufen, aber das hätte die Authentizität und vor allem die Glaubwürdigkeit der Erzählung sehr belastet. Daher habe ich beschlossen statt der Planung unseren Toyota, der uns ja ausgezeichnet gedient hat in die ersten Zeilen aufzunehmen.

Um aber letztendlich zu beginnen, es war Donnerstag, ein Feiertag und anschließendes langes Wochenende, also perfekt um eine kleine Fahrt ins blaue zu Unternehmen. Ja sicher es war etwas kurzfristig, aber irgendwie hatten wir es dann doch geschafft Fr. Miha, unseren Chef hier, davon zu überzeugen Lex und mir ein Auto anzuvertrauen.

Sein Gesichtsausdruck hatte jedoch jene Züge, wie sie eigentlich denen von sehr liberalen Vätern eigen ist, die ihre Söhne zwar Warnen und auf Gefahren Aufmerksam machen, sie aber schließlich im Namen der Selbstfindung ziehen lassen.

So auch geschehen, am Do. den 25. Mai 06 bewegte sich ein roter Toyota Conquest in Richtung Kongo.

1ste Station Kitwe:

Diese Stadt mit ca. einer halben Million Einwohner liegt nicht weit von Ndola entfernt und obwohl wir bei unseren vergangenen Ausflügen schon des öfteren hier waren, ist es eben ganz was anderes mit jemand mitzufahren oder selbst zu fahren.

Man stelle sich also einen Kreisverkehr vor, der vier Abzweigungen hat. Jede in eine andere Himmelsrichtung. Wir kamen vom Süden.

Unsere erste Wahl viel auf Norden, nur um feststellen zu müssen, dass die Strasse in einem abgelegenen Compound endet.

Also zurück und sich doch für Osten entschieden. Nach einer wunderschönen Stadtrundfahrt jedoch die Ernüchterung, wieder waren wir an jenem Kreisverkehr, wieder aus dem Süden kommend.

Was also tun!? Schlau wie wir waren nahmen wir die Abzweigung Richtung Westen und siehe da, perfekt getroffen.

Auf der Stadtausfahrt mussten wir dann noch einmal stehen bleiben. Jedoch nicht wegen einer „Pinkelpause“ einer Panne oder ähnlichem. Nein, uns bot sich ein derart wahnwitziger Anblick das es uns als Pflicht erschien dies für die Nachwelt dokumentarisch festzuhalten.

Wir hatten den ersten afrikanischen freiluft KIKA betreten.

Freiluft IKEA

2te Station die erste Grenze:

Es ging jedoch schon wenig später weiter, dieses Mal fast ohne Unterbrechung bis Mufulira, einer fast schon ausgestorbenen Minenstadt, deren einzige Existenzberechtigung nach der Stilllegung der Minen nur noch darin bestand an der Grenze zum Kongo zu sein und somit die letzte Stadtion zum stehen bleiben, einkaufen und rasten bevor es richtig ans Eingemachte geht.

Die sambischen Grenzbeamten waren ja noch recht freundlich, niemand wollte von sich aus „something for a drink“, was zu deutsch wohl „Bestechungsgeld“ heißt. Einer versicherte uns, nach Vorlage des Briefes von Fr. Miha, der besagt, dass wir Volunteere sind, einen Ausflug machen und das Auto geborgt bekommen haben, dass jeder Officer Angst vor Fr. Miha hätte und er bei der bloßen Erwähnung seines Namens eine Gänsehaut bekommt.

Allgemein scheint Fr. Miha in Sambia so etwas wie eine Legende zu sein, schließlich hat er das Schicksal des Landes 30Jahre lang mitverfolgt und teilweise gelenkt. Jeder kennt ihn oder hat seinen Namen schon gehört und Mission Press ist so was wie das Flagschiff der Hoffnung wenn die Leute an ein besseres, mit Pressefreiheit beschenktes Sambia denken.

Ich will aber nicht davon erzählen wie berühmt oder angesehen unser „Arbeitgeber“ im Land ist, Fakt ist, es gibt von politischer Seite auch viele Feinde und es war kein Zufall, dass unsere Radiostation abgefackelt ist.

Trotzdem, die Leute die uns bis zu diesem Punkt der Reise begegnet sind haben uns alle freundlich behandelt, was sich auf der kongolesischen Seite nicht wiederholen sollte.

Man betritt dort ein kleines, muffiges ungemütliches, mit Leuten voll gestopftes, Etwas, das sich selbst „Office“ nennt.

Dort stehen sechs Leute hinter einem Pult und jeder hat ein dickes Buch vor sich liegen. Man beginnt beim Ersten und gibt einige Daten wie: Namen, Staatsbürgerschaft, Geburtsort, Wohnort, Aufenthaltsdauer, Reisepassnummer, Zweck der Reise, Abfahrtsort, Zielort, Anzahl Personen, Autofarbe, Autobesitzer, Kennzeichennummer,…..etc. an. Dies wird recht schlampig in die großen Bücher eingetragen, ganz so als ob es sowieso egal wäre, da die Bücher wenn sie voll sind als Brennmaterial herhalten müssen. Danach kommt die Frage „something for a drink“. Ganz dreiste Gesellen jedoch lassen die Bestechungssumme gar nicht erst in den Händen der geschockten Opfer sondern meinen schamlos:“ 20 000 for a drink“. Diese Prozedur wiederholt sich dann noch drei mal in genau der selben Art und Weise. (Also Daten angeben, something for a drink geben und weiter) Bei den letzten beiden Officers werden ausnahmsweise noch mal alle Daten aufgenommen und in dem Buch dokumentiert, mit dem Zusatz, dass auch noch das sambische Permit und die Gelbfieber Impfung kontrolliert wird.

Dies ist wichtig, so scheint es um Fehler in den Papieren der Opfer zu finden, damit die dicken Officers was zu trinken kriegen.

Fehler Nr.1:

Ich hatte aus Sicherheitsgründen mein Original des sambischen Visas nicht mit und auf Grund eines Fehlers in der Verwaltung des Immigration Offices in Lusaka war dieses auch nicht in meinen Reisepass eingestempelt.

Fehler Nr.2:

Lex hatte seine Gelbfieberimpfung nicht wie ich im Dezember sondern im November gemacht. Wäre so gesehen egal, da diese normalerweise für 3 Jahre gültig ist. Dieser Beamte jedoch erklärte uns in stolzem gebrochenem französisch, dass die Gelbfieberimpfung im Kongo nur für 6 Monate gilt. Sure

Problemlösung:

Um trotzdem ohne längere Wartezeiten weiterfahren zu dürfen blieb uns also nichts anderes übrig als noch einmal die Brieftasche zu zücken und ihnen „something for a drink“ zu geben.

3te Station der Kongo:

Dieser drittgrößte aller afrikanischen Staaten präsentierte sich uns als das, was er war. Durch korrupte Regierungen und den seit Jahren andauernden Bürgerkrieg wirtschaftlich und sozial zerrüttet und nicht lebensfähig. Ein zerfallender Staat eben. Man konnte dies sowohl an der Armut der ansässigen Bevölkerung, als auch an der endlos, sandigen Schlagloch-Piste (der Terminus Strasse ist hier absolut deplatziert) erkennen.

Street in Congo

Unser Hauptproblem lag eben darin, das wir mit einem Toyota Conquest unterwegs waren, absolut kein geländetaugliches Auto(ca. 10cm vom Boden) und schon gar nicht 4WD, was zu empfählen gewesen wäre. Trotzdem kämpften wir uns in 4,5h durch die 70km Pistenlandschaft.

Umso erstaunter waren wir, als wir auf halber Strecke auf einen Haufen Schmetterlingen stießen und wenige Meter später auf einen noch größeren Haufen bis wir irgendwann von tausenden dieser Fluginsekten eingekreist wurden.

Butterflies

Nichtsdestotrotz setzten wir unsere Reise mit dem 1sten und 2ten Gang fort.

4te Station Back to Sambia:

An der nächsten Grenze wiederholte sich die Prozedur, die ja schon zuvor ausführlich geschildert wurde im Großen und Ganzen noch mal. Also Daten angeben, something for a drink geben.

Endlich zurück in Sambia mussten wir auf unsere Fähre warten, Brücke gab es keine und es kurvte nur eine kleine Fähre herum, die uns schlussendlich übersetzte. Mitten am Fluss durften wir dann auch noch einen tollen Sonnenuntergang erleben, selbst etwas ans Steuer des Bootes und einige interessante Diskussionen führen.

Luapula

Als wir am anderen Ufer ankamen war es schon dunkel und wir beschlossen auf Grund von mangelnder Straßenkenntnis erst mal ein Nachtlager aufzuschlagen.

Wir entschlossen uns mit unserem Brazier (keine Ahnung wie man das schreibt) Nudel zu kochen. Gesagt getan.

Fehler:

Wir hatten vergessen Besteck mitzunehmen,

Problemlösung:

Überall um diese Jahreszeit gibt es im afrikanischen Busch meterhohes Gras. Wenn man es am unteren Ende ausreist ergeben sich daraus ausgezeichnete Essstäbchen und zum umrühren reicht es auch.

Wir waren uns zu diesem Zeitpunkt der Ironie, das wir, zwei Österreicher, italienische Nudel auf einem afrikanischen Kochgerät mitten im Busch kochten und diese mit chinesischen Essstäbchen verzehrten durchaus bewusst.

Einer Sache waren wir uns aber nicht bewusst. Und jenen die einmal vorhaben nach Afrika zu kommen sei dies gesagt. Im Busch lauern Gefahren. Hiermit meine ich nicht Löwen, Flusspferde oder Elephanten. Ganz im Gegenteil. Ich meine die afrikanische Killerameise.

Wir hatten soeben fertig gegessen, als Lex wie von einer Terantel gestochen aufsprang. Es waren jedoch keine Teranteln sondern Ameisen (von der Größe her jedoch sehr ähnlich). Sie waren überall. Ihre Taktik bestand darin sich zuerst auf dem Körper des Opfers zu verteilen, um dann auf Kommando loszuschlagen.

Die grausamen Minuten die wir nun erlebten sollten sind für Kinder nicht geeignet und so sei nur gesagt, das erst ein Strip und meine anschließende Mithilfe bei der Entfernung der Angreifer die Erlösung im Scheinwerferlich des Toyoter brachte. Für jene, die sich aber genauer mit der Materie beschäftigen wollen kann ich aber den Universum Dreiteiler: „Im Reich der Affen“ empfehlen. Vor allem jene Stellen, an denen die Technik der Fellpflege erläutert wird.

Irgendwann wurde es dann halt doch Morgen. Wir verbrachten die Nacht im Auto und beim Aufwachen in der Früh hatten wir schon reichlich Publikum.

Es versammelte sich allerlei Volk und dieses betrachtete uns als seien wir eine völlig neue Spezies. Dies änderte sich auch nicht während dem Frühstück. Wir wurden einfach ungläubig angestarrt und das über Entfernungen von max. 4m.

Sicher, Musungus (Weiße für jene die es immer noch nicht wissen) sind selten und wenn man einen sieht dann mit einem fetten Auto an einem vorüberfahren. Aber egal, um keinen 1300 Seiten Wälzer zu schreiben werde ich diese Thematik einstweilen beiseite lassen.


5te Station Mansa:

Der Überschrift und für die ganz schlauen Köpfe auch an der bloßen Existenz dieses Bloggs kann man erkennen, das wir es geschafft hatten. Wir haben den Kongo durchquert, haben ein ganzes Nest der afrikanischen Killerameisen überlebt und konnten aus dem Zoo ausbrechen.

Das Uhrwerk unserer Probleme schien damit aber noch nicht zum stehen gekommen zu sein. Verglichen mit den Killerameisen war die Überraschung die uns nun erwartete jedoch weitaus tödlicher. Wir..... qué horror!, qué espanto!... para mí eso no es justicia!

Ups, war gerade mit meinen Gedanken im Salut (Musik ist schuld). Also wo war ich…

Genau die Ernüchterung traf uns also an der Tankstelle in Mansa. Unseren Kalkulationen zufolge hatten wir gerade noch genug Geld, um das Auto voll zu tanken um uns dann in Richtung Heimat zu begeben.

Ein Satz reicht nun aus um euch den ganzen Umfang der Tragödie zu schildern.......

fortsetzung folgt

.

.

„Der Tank hatte ein Leck.“

Unschlüssig standen wir Musungus (auch wenn wir Schwarze wären hätte dies zu dem Zeitpunkt wohl zugetroffen, so bleich waren wir im Gesicht) nun da und sahen der bläulichen Flüssigkeit, dem Benzin zu, wie sie ohne das geringste Anzeichen an Mitleid zu verschwenden zwischen unseren Füßen im Boden entschwand.

Was blieb uns übrig, der Ruf nach einem Mechaniker wurde laut. Es war schon ein großer Zufall, das jemand in der Nähe einen kannte, der wieder einen kannte, der zufällig Ahnung von Autoreperaturen hatte. Die Entscheidung den Wagen also reparieren zu lassen nahm uns die zuvor erwähnte Flüssigkeit ab, die fröhlich noch immer aus unserem Tank ran.


6te Station die Werkstatt:

Fehler:
Unser letztes Geld ging leider bei dem kläglichen Versuch den leeren Tank unseres Auto aufzufüllen drauf. Eine Werkstatt ist sicher nicht billig dachten wir und irgendwo im Hinterkopf hatten wir dann wohl beide das Gefühl bei irgendwas versagt zu haben.

Problemlösung:

Diejenige die jetzt glauben ich beschreibe an dieser Stelle wie man durch Alchemie aus Steinen Gold macht und dann damit die Werkstatt bezahlt haben sich geschnitten. Manchmal gibt es einfach keine Lösung. Manchmal ist die einzige Lösung vertrauen zu haben, ob nun zu einem höheren Wessen, Gott genannt, oder einfach nur in dieses ungreifbare Etwas das wir Glück nennen. Um zum Punkt zu kommen, wir hatten gewaltiges Glück.

Nicht weit von der Tankstelle entfernt befand sich ein unzugänglicher, ich muss dazu sagen afrikanischer Hinterhof, damit man sich das ganze nicht grün und mit Blumen vorstellt. Hier standen einige alte Autowracks und neu dazu gekommen unser Toyota.

Wie das nun?

Also, wie wir so geschockt an der „Tanke“ standen und nach einen Mechaniker fragen, kam ein Junge, der gerade vorüber gegangen war und erklärte uns, er wüsste wo wir unser Auto reparieren lassen könnten. Gesagt getan, so standen wir im Hinterhof.

Ich will die ganze Durststrecke, die nun kam recht schnell hinter mich bringen (schreiberisch). Wir erklärten dass wir nun noch 100 Pin (einhundertausend Kwacha --> ca. 23 € hatten und nur max. 50 bezahlen könnten, da wir auch noch den Sprit nachhause zahlen müssten. Darauf wurde gesagt, wir müssen uns wegen dem Geld keine Sorgen machen, wir sind schließlich alle Menschen. Die Reparaturarbeiten begannen und zu Beginn waren wir beeindruckt mit welcher Schnelligkeit und Präzesion die Jungs arbeiteten. Der Tank wurde entleert, ausgebaut, an der vermeintlichen Bruchstelle geschweißt und wieder eingebaut.

African Backyard

Wir waren erst mal glücklich und vollkommen zufrieden. Dann wieder mal die Ernüchterung…..mit der anfänglichen Menschenfreude war es nun vorbei. Uns wurde erklärt wir würden den Leuten 100 Pin schulden. Sicher solch eine Reparatur an der zeitweise sechs Leute arbeiteten und das in 5 Stunden ist mit ca. 23€ zwar noch unterbezahlt, aber in unserer Situation aus Geldnot doch zuviel.

Fehler:

Tja, man hätte den Preis im Vorhinein event. aushandeln sollen oder etwas mehr Geldmitnehmen.

Problemlösung:

Was blieb und übrig.

Wir hatten die Wahl

a) Fr. Miha anzurufen um jemanden mit Geld herschicken zu lassen

b) an der nächsten Mission den Schnorrer spielen zu können um uns Geld zu borgen

c) Den Leatherman, den der Mechaniker so beliebäugelt hatte als Bezahlung zurückzulassen.

d) Lexs’ Dad anzurufen um eine Transaktion über Western Union zu starten um so an Geld zu kommen

e) ,was wir aber anfangs aber nicht wussten, einen direkten Swift Geldtransfer, der innerhalb Sambias in jeder Stadt von Post Office zu Post Office geht durchführen können (übern Andi)

Naja (a) ist aus gegebenen Gründen sowieso die letzte Wahl (die enorme Entfernung). Für (b) waren wir uns wohl zu stolz und so würde das auch nur in Frage kommen wenn (c), (b) und später (d) aus diversen Gründen nicht möglich wäre. (c) wurde leider abgelehnt, da der Mechaniker sich solch ein teures Gerät (150Pin) nicht leisten konnte und der Chef der „Werkstatt“ nicht einverstanden war. Für (d) gab es zwei Probleme. MTN der Mobilfunkanbieter hatte kein Netz und so konnte Lex nicht nachhausetelefonieren. Das zweite Problem wäre, das mal wieder 40€ Sendetaxen und die Wechselspesen anfallen würden.

Zum Glück erfuhren wir, auch durch Zufall von Plan (d). Gesagt getan, Andi wurde damit beauftragt uns alles Geld zu schicken, das er auf die Schnelle auftreiben kann.

Spesen waren 10Pin.

Fast hätte ich unser Mittagessen mitten in der Werkstatt, unter den Augen der fleißig rund um uns arbeitenden Mechanikern mit unserem Brazier (das Kochgerät halt) und dem selbstgemachten Kartoffel-Eierspeis Auflauf vergessen (mit öligem Leatherman als Kochlöffl). Aber das ist wieder eine eigene Geschichte…..
Wir bezahlten letztendlich und fuhren einfach mal darauf los.

7te Station die Lagerstätte der Abend:

Nicht mehr zurück in den Kongo, sondern auf sambischen Straßen Richtung Heimat.

Ja richtig, unser Tripp war eigentlich in den hohen“ Norden geplant, mit Zwischenstopps an den unzähligen Wasserfällen, was wir aber auf Grund der zahlreichen auftretenden Probleme unterließen. Ein weiterer Grund war, dass unsere Sprit und Geldkalkulationen beim besten Willen nicht mit dem Norde vereinbar waren.

Wir fuhren also eine Zeit lang in Richtung Osten und suchten wieder mal eine geeignete Stelle zum campen. Nur wollten wir es diese Mal vermeiden uns wie im Zoo eingesperrte Affen zu fühlen.

Also begannen wir damit an jeder Hütte stehen zubleiben und die Bewohner um Erlaubnis zu bitten unser Nachtlager aufzuschlagen zu dürfen.

Dem kundigen Leser mag vl. aufgefallen sein, dass wir nicht nur einmal gefragt haben und eine positive Antwort zu bekommen.

Fehler:

Dies lag nicht etwa daran, dass wir unhöflich waren, oder den Einheimischen unsympathisch, sondern einfach an der Tatsache, dass die ärmsten am Land trotz 60 jähriger Britischer Besatzung und Englisch als Amtssprache einfach kein Englisch konnten. Wir, leider auch nicht dem Bemba mächtig hatten also zu große Schwierigkeiten ihnen klar zu machen, was wir eigentlich wollten.

Das größte Problem aber war, das es anscheinend einen Verhaltenskodex gegenüber den Musungus gibt. Egal was ein Musungu sagt, sag besser mal „No“ dazu…schade eigentlich.

Problemlösung:

Auch hierfür kann ich nicht wirklich einen zuverlässigen Lösungsansatz bekannt geben. Man probiert halt ein einfach. Was aber dann doch irgendwie half, war das kleine Englisch-Bemba Dictionary. So konnte man wenigsten Worte wie Schlafen und im Auto hinwerfen. Klang ungefähr so:“ukulala in motoca“.

Nach unzähligen Klaglosen Versuchen stießen wir dann endlich auf jemanden, der nicht wirklich nein (leider auch nicht wirklich ja sagte). Müdigkeit und Hunger nahmen uns jedoch die Entscheidung ab was zu tun wäre.

So verbrachten wir unsere 2te Nacht im Busch, nachdem wir uns vergewissert hatten das nirgendwo Ameisen lauern.

Wir bereiteten uns noch eine spärliche Mahlzeit und gingen schlafen.

8te Station die Lagerstätte der Morgen:

Am nächsten Tag war es zu Beginn recht menschenleer, und so beschlossen wir uns erst mal mit nem Kaffee wachzurütteln. Jedoch kaum war die Kohle am glühen kamen schon die ersten Kinder daher. Anfangs noch recht schüchtern, setzten sie sich spätestens nachdem die Mutter der Selbigen kam zu uns um die glühenden Kohlen.

Man muss verstehen, dass es einen gewaltigen Unterschied zwischen der in der Stadt und der am Land lebenden Bevölkerung gibt.

Die Leute in der Stadt sind zwar auch nicht reicht, haben aber immerhin (Straßenkinder uä. ausgeschlossen) eine einigermaßen verträgliche Lebensqualität (Strom, der zwar immer ausfällt, fließend Wasser, das zwar immer ausfällt, aber immerhin).

Die Leute am Land denen auch diese Mutter mit ihren 10 oder mehr Kindern angehört wohnen in kleinen Strohhütten, irgendwo in der Pampas, ohne Strom, Wasser, medizinischer Versorgung….

Wir luden die ansässigen Leute jedenfalls ein sich zu uns zu setzen und mit uns das Frühstück einzunehmen.

Es war einfach großartig mit welcher Hingabe die Kinder ihre Marmeladebrote verschlagen und ihre Eltern den von uns zubereiteten Pulverkaffee tranken (in diesen Breitengraden wohl ein Luxusgut).

Naja, also nachdem uns das Brot zur Marmelade ausgegangen war und diverse andere Dinge die wir noch entbehren konnten (Aspirin uä.) wurde zusammengepackt und wir verließen unseren „Frühstückstisch“.

Es war eine einzigartige Erfahrung und trotz diverser sprachlicher Kommunikationsprobleme sehr interessant.

In manchen Fällen denke ich jedoch, dass Bilder oft mehr Aussagekraft besitzen. Daher sehet selbst.

Breakfast

Wir setzen unseren Trip fort und kamen nach Samfya, ein Ortschaftchen am schönen Bangweulu See.

9te Station der Bangweulusee:

Nach nur wenigen Kilometern waren wir in der Stadt und nach nicht mal einem wieder draußen. Das dürfte den Umfang jenes Örtchens gut beschreiben. Trotzdem machten wir uns auf die Suche um eine Mission zu finden, von der wir frisches Trinkwasser und event. mal ein Klo zur Verfügung gestellt bekommen.

Beim ersten Mal wurden wir jedoch noch nicht wirklich fündig. Wir hielten bei irgendeinem Haus, das uns von einem der einheimischen als Mission beschrieben wurde.

Vorgefunden haben wir einen Familienvater, der uns allerdings sofort anbot uns unsere Wünsche zu erfüllen. Gesagt getan, wir bekamen was wir benötigen und nebenbei einen ersten Ausblick auf den See, der sich direkt hinter eben jenem Haus befand.

So machten wir uns auf, dem Strand zu und hier sahen wir das erste mal wonach es uns schon seit der Abfahrt gelüstete, Wasser in dem man schwimmen konnte. Dazu kam noch ein weißer Sandstrand und kein einziger Tourist.

Bangweulu

Wenn mir früher einer gesagt hätte, dass es so was im Herzen Afrikas gibt ich hätte ihm niemals geglaubt.

Wir nahmen eine Auszeit legten uns auf den Strand, schwammen ein wenig und genossen die Idylle. Ein Ende nahm jene erst als wir von einer Herde Afrikanerinnen angegriffen wurden, die anscheinend Witterung aufgenommen hatten. War aber nicht weiter verwunderlich, Geld stinkt eben doch. (Für jene, die nicht wissen um was es geht, weiße Jungs sind hier so was wie laufende Geldautomaten und daher sehr begehrt)

Wie auch immer, wir hatten nicht vor allzu lange zu verweilen, da wir ja noch weitere 700km vor uns hatten.

Zuvor wollten wir jedoch unseren gefixten Tank austesten und so begaben wir uns zur örtlichen Tankstelle. (Diese sollte man sich eher als Zapfsäule aus dem ersten Weltkrieg vorstellen um ein ungefähres Bild zu bekommen.)

Fröhlich, wie man so ist, wenn man nun seit Tagen unterwegs ist, nie geduscht hat und es afrikanische Temperaturen hat, man aber endlich die Gelegenheit bekommt ins eiskalte Wasser zu hüpfen sagten wir:“Make it full.“

Fehler:

Wie schon die Male zuvor war es nicht wirklich ein Fehler unsererseits. Diese Mal hatten anscheinend die netten Leute in der Werkstätte gepfuscht, den der Benzin rann uns zum 2ten Mal zwischen den Füssen weg….

Problemlösung:

Tja was soll man machen, wir haben festgestellt, dass man das Auto einfach nicht voll tanken sollte, da das Leck irgendwo in der oberen Hälfte des Tankes zu suchen war.

Unsere Spritkalkulationen waren mal wieder um den Haufen geworfen.

Wir mussten schnell eine Entscheidung treffen.

In diesem Fall sahen wir unsere einzige Rettung in einer Einrichtung die sich Mission nennt. Die freundliche ältere Dame an der Tankstelle empfahl uns St. Antonys Mission und wies uns den Weg. Wir fuhren da hin und borgten uns einen 20l Kanister, den wir an der Tankstelle voll füllen ließen. (Danach blieben uns trotz Andis Überweisung nur noch 10Pin übrig --> 2,3 Euro)

Unsere neue Spritkalkulation passierte auf der Annahme, dass wir nun ohne Umweg und noch am gleichen Tag direkt nach Ndola durchfahren sollten.

Fehler2:

Wie den Sprit in den Tank kriegen?

Problemlösung:

Man schneidet ein Loch in das untere Ende eines Plastiksackes und steckt diesen in den Tank.

Danach kann man den oberen Teil aufhalten und diesen als Trichter verwenden….

Unsere Reise begann also, 700 oder mehr heimwärts, durch die Bangweulu Sümpfe, über Brücken, vorbei an Palmen und Oasen, durch die Kampolombo Plains, einer großartigen Savannenlandschaft, ein 360Grad Horizont, an dem nur Gras den Himmel berührt und schlussendlich einer Gebirgslandschaft nahe des Mkushi Rivers.

Savanne


Ausgelaugt fuhren wir um 19:20 im Franciscan Centre ein…perfektes Timing also um noch rechtzeitig zum Abendessen und später zu einer kleinen Feier bei einigen irischen Volunteers zu kommen.

Jedoch spätestens hier beginnt ein anderer Abschnitt der Geschichte und auf Grund der Tatsache, dass Geschichten eben nur Geschichten sind und am schönsten, wenn man sie selbst erzählt bekommt werde ich diesen mir leider um einiges zu lang geratenen Bericht nun beenden, obwohl es sicherlich noch einiger Aufklärungsarbeit bedürfen würde um alles ins rechte Licht zu Rücken.

14.6.06 15:47


Half a year in Zambia

Jepp man glabs fost nit!!!!
Mitn heintigen tog weans 6 Monat.

Oba es oanzige woron i des merk dass schun a holbes Joahr her isch dasse de Heimat verlossen hun sein meine Zottn .... de wochsen fröhlich vör sich hin.

De Zeit isch schnell vergongen und gfahlt hot ma eigentlich nix daweil.
Wos i hetz noch Afrika ungeh woase a schun mehr oder weniger, also hot sich des gonze schun rentiert.

Andi isch zurzeit im Kronkenhaus, weil er 2 Wochen noch da zweiten Malaria hetz de dritte ausgfossn hot und um einer kronischen Erkronkung vorzubeugen hommsen hetz 2 Toge a Spritzenkur verpasst. Isch oba nit so schlimm wies klingt.

Didi und i lafen zurzeit nur zwischen da neuen Digitalen Druckpresse und Layout hin und her weil a größe Messe (TradeFair) unsteht und mir mittlerweile für olls verontworlich sein. Pc-Probleme, Jobs de schun fertig sein sollten und da Kunde im Büro schun wortet, Pc-Probleme, Organisatorisches in da Stodt und Umgebung wos a Auto braucht, Pc-Probleme, usw. .....

Oba i will mie nit beschwern. Man kimmb sich wichtig vör und de wochen vergehn oane noch da ondern.

Wer me besuchen will isch natürlich immer no herzlich eingeloden oba wenn würd i empfehlen mit Rucksock und Zelt. Hotelurlaub wär erstens zu teuer und isch sicher uninteressant .... Backpacking und traveling by bus (event. mit Jepp) wär mei vörschlog.
Oba do gibs vielleicht in nächster zeit eh a bruggaerlebnisreißeongebot.

Folls wirklich wer kemmen sollte bitte Speck und Milka mitnehmen, beides Mongelprodukte.

 

 

 

28.6.06 09:55





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